IDL – Methode zur Problemlösung in Unternehmen

„Wir müssen über xxx sprechen“ ist eine typische Einleitung in vielen Meetings, der Startschuss für eine entspannte, unterhaltsame und bisweilen auch interessante Diskussion. Mit dem Meeting gibt es nur ein Problem: Es ist alles andere als effektiv. Theoretisch sollte ein oder gleich mehrere Probleme angegangen werden, doch in der Praxis wird viel geredet, die Probleme werden selten identifiziert und noch seltener gelöst. Das kann man besser machen. Und es ist Aufgabe des Management-Teams, eine Methode zu finden und umzusetzen, um es besser zu machen. Denn so wie es in der Führungsetage läuft, so geht es auch im Unternehmen zu; wenn also „die da oben“ nicht effektiv arbeiten, dann wird es der Rest noch viel weniger tun.

IDS - solucionar problemas en la empresa

Es gibt ein englisches Wort, das all die Dinge, die erledigt und geregelt werden müssen, wunderbar zusammenfasst: Issues. Issues können Probleme, Hindernisse, Barrieren, aber auch Chancen sein. Themen, zu denen eine Entscheidung getroffen werden muss. Mit einem englischen Wort lässt sich all das ausdrücken: Wir haben hier ein Issue.

Zur Veranschaulichung stellen Sie sich jedes Issue als Anker vor, der im Boden verhakt ist und den das Unternehmen hinter sich herzieht, während es wachsen möchte. Da gibt es große und kleine Anker, und je mehr davon ungelöst feststecken, desto schwerer wird es, mit dem Unternehmen voranzukommen und seine Vision umzusetzen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem das Unternehmen stagniert und nicht mehr vorwärts kommt, weil so viele Anker im Boden stecken, sprich weil es so viele ungelöste Issues gibt. Erfolgreiche Menschen sind sehr gut darin, ihre Issues aus dem Weg zu räumen.

Und wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Haben Sie eine Methode, um die Probleme zu lösen, die im Unternehmen herrschen? Haben Sie gemeinsam mit dem Management-Team alle Issues des Unternehmens identifiziert, um diese anzugehen und zu lösen und so weiter wachsen zu können? Und stützen Sie sich auf eine Methode, um diese effektiv zu behandeln und zu lösen, oder „reden Sie einfach darüber“?

Mit EOS, dem Entrepreneurial Operating System, helfe ich Management-Teams und somit ganzen Unternehmen dabei, eine Methode umzusetzen, um Probleme zu erkennen und zu identifizieren, sie an die Oberfläche zu bringen, ihnen Priorität einzuräumen und sie zu lösen. Dabei arbeiten wir mit einer Methode, die in über 5.000 KMUs weltweit angewendet wird und I.D.L. heißt.

Die Probleme des Unternehmens erkennen

Um die Probleme, die Issues des Unternehmens auszumachen, braucht man zuallererst eine simple Liste, auf der alle Personen ihre Issues, also ihre Probleme und Hindernisse, festhalten. Dazu müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Mentale Akzeptanz. Zunächst muss man sich eingestehen, dass das Unternehmen Issues hat – wie alle Unternehmen. Wenn die Mitglieder Ihres Teams sagen, dass sie keine Probleme haben, dann haben Sie schon eines. Deshalb muss das Management-Team zulassen, dass Issues aufgezeigt werden. Jeder einzelne Punkt ist eine Chance zur Verbesserung. Und wenn es für Sie kein Issue ist, bedeutet das nicht, dass es keines ist. Was für eine Person ein Problem darstellt, ist auch eins. Das muss man akzeptieren.
  • Zugriff auf eine Liste. Es muss auf allen Ebenen eine zugängliche Liste geben. Wenn das Unternehmen mehrere Ebenen hat, braucht man mehrere Listen. Gibt es mehrere Abteilungen, so sollte jede eine Liste haben. Somit gibt es eine Liste für jede Ebene und jede Abteilung.

Sie werden überrascht sein, wie die Issues ans Licht kommen, sobald diese beiden Konzepte implementiert werden. Sollte das nicht der Fall sein, müssen Sie sich fragen, ob Sie mit dem richtigen Führungsstil arbeiten und ob die richtigen Personen an der richtigen Stelle sitzen.

Jedes angesprochene Issue stellt eine Chance dar, das Unternehmen besser zu machen. Sie haben viele? Keine Sorge, das ist ganz normal. Ich habe schon Listen mit 40, 70 oder noch mehr Issues gesehen. Die Frage ist, wie man sie effektiv strukturiert und löst.

Issues aufsplitten

Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, alle Issues zu lösen. Und schon garnicht alle gleichzeitig. Deshalb muss man Prioritäten setzen. Zunächst muss man die Issues in Kategorien einteilen: langfristige und kurzfristige.

  • Kurzfristig: Bei kurzfristigen Issues handelt es sich um jene, die unserer Einschätzung nach in wenigen Tagen, in einer Woche oder maximal zwei, gelöst werden können. Diese schreiben Sie auf eine Liste für das wöchentliche Meeting mit dem Management-Team. 
  • Langfristig: Komplexere Issues oder solche, die derzeit keine Priorität haben, kommen auf die langfristige Liste. Mit EOS werden diese zunächst einmal im VTO, dem Vision Traction Organizer geparkt (Link auf Englisch). Die langfristigen Issues können sich später in Rocks verwandeln.

Hier sehen Sie ein Video, wie die Issues des Unternehmens aufgegliedert werden, wie man es richtig macht und warum es so wichtig ist, sie mit Hilfe einer Methode anzugehen.
(Video auf Englisch)

Issues lösen

Als nächstes muss man ein Issue herausgreifen und lösen. Das erscheint selbstverständlich, ist es aber nicht – ganz im Gegenteil. In den meisten Unternehmen wird „darüber geredet“, aber Probleme werden nicht identifiziert und gelöst. Deshalb wurde die I.D.L.-Methode entwickelt. Identifizieren, Diskutieren, Lösen. Sie entstand, weil in den meisten Unternehmen nur diskutiert, diskutiert und noch mehr diskutiert wird... ohne dass man zu Lösungen kommt.

Jede Woche, wenn Sie sich mit Ihrem Team zum Level-10-Meeting versammeln (Link auf Englisch), haben Sie 60 Minuten für IDL und dafür, die wichtigsten Probleme des Unternehmens zu lösen. Und so stellen Sie das an:

  • Prioritäten setzen: Priorisieren Sie die drei wichtigsten Themen auf der Liste; das sind jene, die die größten Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Nicht alle Punkte auf der Liste können Priorität haben, und fangen Sie nicht einfach mit dem neuesten an. Priorisieren Sie genau drei und beginnen Sie mit der Nummer eins. 
  • Identifizieren: Bevor Sie losdiskutieren, muss zunächst das Problem identifiziert werden. Oft kommt eine Diskussion in Gange, ohne dass man weiß, um welches Problem es geht, oder jeder spricht von etwas anderem. Deshalb ist es unerlässlich, zuerst klarzustellen: Was ist das Problem? Und dazu muss man auch wissen, von wem das Issue stammt. Denn es kann durchaus sein, dass ein Issue für zwei Menschen nicht dieselbe Bedeutung hat. Dann muss man herausfinden, an wen sich die Person wendet, mit wem sie spricht, von wem sie was möchte. Und zuletzt muss sie in der Lage sein, das Issue in einem Satz zusammenzufassen.
    Kurz gesagt:
  • Wer. Wer ist der Eigentümer des Issues?
  • Mit wem. Mit wem spricht diese Person?
  • Was. Was genau möchte der Eigentümer von der anderen Person?
  • Diskutieren. Hat man das Issue einmal identifiziert, ist es an der Zeit, die Lösung anzugehen. Doch diskutieren bedeutet nicht, dass alle gleichzeitig sprechen, und wer am meisten redet, gewinnt oder wer am lautesten schreit, wird angehört. Diskutieren heißt:
  • Fragen klären, und den Kontext verstehen
  • Mögliche Lösungsoptionen oder -ansätze

Alle müssen eingebunden werden und jeder muss seiner Meinung Ausdruck verleihen. Wenn jemand anfängt, sich zu wiederholen, dann übt er Druck auf seine eigene Meinung aus, und das ist nicht wünschenswert. Sollte dieser Fall eintreten, muss der Moderator der Diskussion eingreifen: „Dieses Argument haben wir schon gehört, gibt es sonst noch Lösungsvorschläge, die noch nicht angesprochen wurden?“

  • Lösen. Wenn es nichts Neues mehr beizusteuern gibt, muss eine Entscheidung fallen. Idealerweise einstimmig. Doch ich muss Sie warnen: Konsens tötet Unternehmen. Hier erfahren Sie, wie Sie schwere Entscheidungen treffen. Eine Entscheidung fällen bedeutet, sich zwischen den möglichen Lösungen zu entscheiden und festzulegen, wer was übernimmt und diese Aufgaben festzuhalten.

    Wenn das Unternehmen eine klare Vision hat, die richtigen Personen an der richtigen Stelle sitzen und es ein Dashboard für die Leitung des Unternehmens gibt, ist die Lösung zumeist klar. Doch manchmal ist es schwer, sie auch durchzusetzen, weil es dabei um Personen und Prozesse gehen kann.

Ist Issue Nummer eins einmal gelöst, gehen Sie mit derselben Vorgehensweise Nummer 2 an.

Sind Sie bereit, Ihre Probleme zu IDL-en?

Identifizieren, Diskutieren, Lösen. IDL. Was auf den ersten Blick unnatürlich wirken mag, wird Ihnen dabei helfen, nicht nur Symptome zu lindern, sondern die zugrunde liegenden Probleme zu lösen. So erreichen Sie mehr mit dem Unternehmen. Denn erfolgreiche Unternehmen sind gut darin, ihre Probleme zu lösen. Und was Ihnen eingangs seltsam anmuten mag, entwickelt sich bald zu einer Gewohnheit und Sie werden nicht mehr ohne IDL leben wollen. Und Sie werden sich fragen, wie es sein kann, dass in anderen Unternehmen so wenig effektive Meetings stattfinden und Debatten mit „Wir müssen über xxx sprechen“ beginnen.

Wenn Sie Hilfe bei der Umsetzung der Methode brauchen oder mehr über Problemlösung erfahren möchten, empfehle ich:

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