6 Tipps für die Verbesserung Ihres Kontaktnetzwerks

Mit der Geburt von LinkedIn am 28. Dezember 2002 nahm der Wahnsinn der Kontaktnetzwerke seinen Anfang. Davor hatte man natürlich auch Kontakte, aber in Form eines Outlook-Adressbuchs, von Visitenkarten oder gar so ein Kontakt-Artefakt mit drehbaren Kartenhaltern auf dem Schreibtisch. Heute scheint sich das alles geändert zu haben, und „Networking“ ist zu einem Sport geworden.

Das sollte aber nicht so sein. Vielmehr sollte man sich wie bei allen Projekten und Aufgaben zunächst einmal fragen, wozu man das bestehende Kontaktnetzwerk erweitern möchte.

Das Kontaktnetzwerk – Quantität und Qualität

Manch einer sagt: „Ich mache liebend gern Networking, weil ich dabei viele Leute kennenlerne, die ich niemals wiedersehen werde.“

Wahr ist tatsächlich, dass die Erweiterung des Kontaktnetzwerks eine Investition darstellt, von der man nicht weiß, wie und wann man den erhofften Gewinn erzielt. Sorgt man sich jedoch erst dann um seine Kontakte, wenn man sie braucht, ist es oft zu spät.

Wenn wir das Gefühl haben, wir müssten unser Kontaktnetzwerk erweitern, dann liegt das höchstwahrscheinlich daran, dass wir glauben, mit Blick auf unsere beruflichen oder persönlichen Ziele derzeit nicht die passenden oder nicht genügend Kontakte zu haben. Das heißt, es fehlt an Qualität und/oder Quantität.

Bevor man mit dem Networking beginnt, sollte man sich also zuerst fragen, welche Art von Kontakten man gerne hätte und wofür man diese braucht.

Dazu muss man wissen, wohin es im Beruf oder im Privatleben gehen soll. Wo möchte ich in 5 Jahren stehen, welche Stelle möchte ich innehaben, wer kann mir dabei helfen und wen muss ich kennen, um das zu erreichen? Haben Sie diese Fragen einmal beantwortet, sehen Sie viel deutlicher, welche Qualität Ihr Kontaktnetzwerk haben muss. Er bringt nicht viel, 1.000+ Kontakte in LinkedIn zu haben, wenn Sie keinen davon um einen Gefallen bitten oder eine E-Mail schreiben können, damit er Sie jemandem vorstellt.

Was also können Sie tun, um Ihr Kontaktnetzwerk besser zu machen?

1. Besuchen Sie Veranstaltungen

Wo lernt man am besten Leute kennen? Dort, wo Leute sind, da führt kein Weg daran vorbei. Es mag beängstigend wirken, an Veranstaltungen mit vielen Menschen teilzunehmen, aber es ist der schnellste und einfachste Weg, um neue Kontakte zu knüpfen. Nicht alle Veranstaltungen sind als „Networking-Events“ ausgeschrieben, bieten aber dennoch eine gute Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Suchen Sie einfach im Internet nach Fachmessen in Ihrem Sektor und gehen Sie aufgeschlossen dorthin, um sich auszutauschen, dazu zu lernen und zuzuhören.

Visitenkarten sind zwar nicht die modernste, praktischste Methode zur Archivierung von Kontakten, aber im Moment des Kennenlernens sind sie nach wie vor das Mittel der Wahl. Vergessen Sie also nicht, einen ordentlichen Stapel Ihrer Visitenkarten einzupacken.

Wenn Sie dann einmal eine interessante Person kennengelernt haben und klar ist, dass Sie ein direktes oder indirektes Interesse daran haben, den Kontakt aufrecht zu erhalten, empfiehlt es sich häufig, ein weiteres Treffen zur Vertiefung zu vereinbaren. So können Sie sich richtig auf das Meeting vorbereiten, über die Person recherchieren, sich darüber klar werden, was Sie möchten... und weiter neue Personen kennenlernen.

Wenn das für Sie Neuland ist oder Sie unsicher sind, könnten Sie eine Liste mit möglichen Kennenlern-Fragen erstellen. In der Regel erzählt jeder gerne von sich selbst, scheuen Sie also nicht davor zurück, Fragen zu stellen, Interesse zu zeigen und die Bedürfnisse Ihres Gegenübers zu ergründen.

2. LinkedIn

Ja, LinkedIn. Wer sein Kontaktnetzwerk erweitern möchte, kann und darf auf dieses Berufsnetzwerk nicht verzichten. Nach einem frenetischen Auftakt mit vielen Alternativen gibt es auch heute noch andere berufliche Networking-Seiten (Xing, Ryze, StudiVZ, Quibb, Opportunity…), doch die mit Abstand am meisten genutzte ist LinkedIn.

Das Geheimnis zur Erweiterung des Kontaktnetzwerks bei LinkedIn liegt darin, proaktiv zu sein. Wenn Sie ein Profil einrichten, um dann das Tab zu schließen und nie wieder zurückzukehren, dann verschwenden Sie besser nicht Ihre Zeit.

Um in LinkedIn neue, wertvolle Kontakte zu knüpfen, empfehle ich verschiedene Ansätze: Treten Sie Gruppen Ihres Sektors bei, nehmen Sie Kontakt mit Gleichgesinnten auf und teilen Sie vor allem Inhalte (idealerweise eigene Inhalte). So können Sie sich einen Namen in Ihrem Sektor machen und ziehen dadurch Personen an, die Sie kennenlernen möchten.

Je nach Profiltyp können Sie auch „InMail“ nutzen, um direkt persönliche Nachrichten an Personen zu schicken, die nicht dem Kreis Ihrer unmittelbaren Kontakte angehören. In diesem Fall sollten Sie klar wissen, was Sie von der anderen Person möchten und mehr schreiben als „Hallo, ich möchte gerne mit Ihnen in Kontakt treten“.

LinkedIn-Logo

Dann sind da die Empfehlungen. Den Empfehlungs-Knopf können Sie gerne verwenden, aber bitte mit Bedacht. Promoten Sie niemals eine Fähigkeit der anderen Person, die unter ihrer derzeitigen Stelle oder Verantwortlichkeiten liegt. So ist es beispielsweise alles andere als ideal, einen Marketingdirektor für seine Fähigkeiten im Bereich der Inhaltserstellung weiterzuempfehlen.

Und zuletzt: Wenn Sie und die Person, mit der Sie Kontakt aufnehmen, gemeinsame Interessen haben, dann seien Sie mutig! Fragen Sie sie einfach, ob sie Zeit für einen Kaffee hat, um Ideen und Meinungen über das Thema, das Sie verbindet, auszutauschen. Meiner Erfahrung nach wird dieser Vorschlag in 90% der Fälle angenommen und es entstehen interessante Gespräche

3. Kontakt herstellen & Gefallen

Sie sind nicht der einzige, der sein Kontaktnetzwerk erweitern und Personen aus dem Sektor kennenlernen möchte, um dazuzulernen und Ideen auszutauschen. Wenn Sie also von etwas erfahren, das andere im Kreis Ihrer Kontakte interessieren (wirklich interessieren!) könnte, dann lassen Sie es diese wissen. Und zwar direkt, nicht durch eine Veröffentlichung in LinkedIn.

Konkret: Wenn sich eine Geschäftsmöglichkeit ergibt, die für Sie nicht passend ist, dafür aber für jemanden, den Sie kennen, dann setzen Sie die beiden Beteiligten in Verbindung. Auf keinen Fall sollten Sie aber ein Gefallenskonto führen. Das Motto: Erst geben, dann (vielleicht) nehmen.

Die goldene Regel in diesen Fällen lautet, dass immer auf beiden Seiten Interesse bestehen muss. Stellen Sie sich vor, Sie kennen einen EDV-Direktor, und jedes Mal, wenn jemand eine Frage zu Computern hat, verweisen Sie ihn an diese Person. Es wird nicht lange dauern, bis er Sie auf seine schwarze Liste setzt. Ganz anders sieht es aus, wenn Sie ihn mit jemandem in Kontakt bringen, der einen Experten als Dozent in einer Wirtschaftsschule sucht. Davon profitieren beide – und Sie auch.

Zurück zum Thema Gefallen: Immer zuerst helfen. Wann immer Sie können und es Ihnen Ihre anderen Prioritäten erlauben, helfen Sie anderen. Sie werden sehen, dass Ihre Anstrengungen früher oder später belohnt werden, manchmal auf ganz unerwartete Weise.

4. Kontakte von Kontakten

Der einfachste Weg, neue Kontakte zu knüpfen, führt über bereits bestehende Kontakte. Zögern Sie nicht, einen Freund oder Bekannten darum zu bitten, Sie direkt einem Berufskontakt vorzustellen. Überlassen Sie ihm aber nicht die Arbeit, sich zu überlegen, wie er Sie denn vorstellen soll, sondern machen Sie es ihm leicht.

Es kann zum Beispiel vorkommen, dass Sie durch Ihr Netzwerk in LinkedIn eine Person entdeckt haben, die Sie gerne kennenlernen würden. Bitten Sie Ihren gemeinsamen Kontakt, Sie vorzustellen und schicken Sie gleich eine kurze Erklärung mit, warum Sie daran interessiert sind. So muss Ihre Kontaktperson nicht überlegen, was sie schreiben soll, sondern kann einfach Ihren Text in eine E-Mail kopieren.

5. Visitenkarten & der Name

Wir leben im 21. Jahrhundert, im digitalen Zeitalter, doch Visitenkarten gibt es nach wie vor, und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Vor einiger Zeit hatte ich gedacht, dass sie durch eine mobile App ersetzt würden, die einen papierlosen Weg zu einer einfacheren Kontaktaufnahme ermöglichen würde.

Angesichts der Tatsache, dass das in naher Zukunft nicht der Fall zu sein scheint, empfehle ich Ihnen, immer ein paar Visitenkarten dabei zu haben, egal was Sie vorhaben. Sie möchten ja schließlich nicht aus mangelnder Vorbereitung eine Gelegenheit verpassen.

Wenn Sie wieder zu Hause sind, lohnt es sich aber, sich Zeit zu nehmen, um die Informationen zu digitalisieren und so jederzeit und überall Zugang zu den Kontaktdaten zu haben. Das ist zugegebenermaßen etwas mühsam, lohnt sich aber auf lange Sicht. Konkret rate ich zu folgenden Schritten:

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  • Suchen Sie die Person in LinkedIn und schicken Sie ihr eine Kontaktanfrage.
  • Verwenden Sie ein Online-System zur Verwaltung Ihrer Kontakte (Outlook, Gmail etc.) und notieren Sie ein paar Details zur Person: Wo Sie sie kennengelernt haben, Interessen, Kinder o.ä.

So sind Sie beim nächsten Wiedersehen vorbereitet, können sie beim Namen nennen und auf Themen Bezug nehmen, über die Sie sich unterhalten haben. Wenn es Ihnen schwerfällt, sich an Namenzu erinnern, dann gibt es dafür einige Tricks.

„Der Name eines Menschen ist für ihn oder sie der lieblichste und wichtigste Klang in jeder Sprache.“ so Dale Carnegie. Nutzen Sie dieses Wissen und verwenden Sie beim Abschied den Namen Ihres Gegenübers: „Freut mich sehr, Sie kennengelernt zu haben, Marc.“

6. Sie selbst

Eine unheimlich wichtige Variable beim Networking sind Sie selbst. Ihre Einstellung ist beim Knüpfen von Kontakten ausschlaggebend. Wenn Sie nicht dafür offen sind, Wissen oder Ideen auszutauschen, werden Sie nur schwerlich ein qualitativ und quantitativ hochwertiges Kontaktnetzwerk aufbauen können. Wie oben bereits beschrieben besteht der erste Schritt darin, zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Am Rande der Handlungen steht jedoch die Einstellung, die wir an den Tag legen, wenn wir anderen begegnen.

Stellen Sie sich vor den Spiegel: Sehen Sie jemanden, den Sie gerne kennenlernen würden? Das mag hart klingen, ist aber richtig, und ich halte es hier für angebracht. Denn wenn die Antwort Nein lautet, kann man nur schwerlich erwarten, dass andere das anders sehen. Dann muss man erst einmal an sich selbst arbeiten, bevor man das Kontaktnetzwerk in Angriff nimmt.

Schüchternheit und das Kontaktnetzwerk

Die Vergrößerung des Kontaktnetzwerks ist keine leichte, schnell erledigte Aufgabe. Wenn Sie sich nicht darüber im Klaren sind, warum Sie sich daran machen sollten, dann nehmen Sie sich lieber eine Verschnaufpause und denken Sie über Ihre Zukunft nach.

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Schüchterne, introvertierte Personen erfinden oftmals alle erdenklichen Ausreden, um sich nicht einer Networking-Session aussetzen zu müssen. Lisa Petrilli, Autorin des Buches „The Introvert's Guide to Success in Business and Leadership“ (Leitfaden zum Erfolg in der Geschäftswelt für Introvertierte), schreibt, dass gerade bei Menschen mit einer Tendenz zur Introversion Networking gewisse Ängste auslösen kann. Um diese zu überwinden, empfiehlt sie:

  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern – Es ist wichtig, diese Priorität zu setzen, denn Ihr Netzwerk ist ein unglaublich wertvoller Aktivposten für Ihre Karriere.
  • Geben ist seliger denn nehmen – Gehen Sie in jede Veranstaltung oder Unterhaltung mit dem Vorsatz, anderen zu helfen.

Jetzt bleibt nur noch mein Profil auf LinkedIn, und wenn Sie möchten, können wir gerne einen Kaffee zusammen trinken oder uns bei einem Anruf über Skype unterhalten 😉


Nächste Schritte...

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