3 Arten zu lernen

Seit einigen Jahren bin ich Mitglied von EO Barcelona, der Entrepreneurs’ Organization. Es handelt sich um den weltweit größten Unternehmerverband mit über 11.000 Mitgliedern. In Barcelona sind wir um die 50 Unternehmerkollegen, in Zürich über 100. Oft werde ich von anderen Unternehmern gefragt, ob es sich lohnt, der EO anzugehören, und meine Antwort lautet stets: Es kommt darauf an. Auf Sie, Ihre Wesensart und Ihren Wunsch, etwas zu lernen.

3 formas de aprender - EOS

Mich persönlich hat die Mitgliedschaft tief geprägt und mein Wesen und meine Denkweise grundlegend verändert, und ohne EO wäre ich heute kein EOS-Implementer. Was also spricht für eine Mitgliedschaft? Da gibt es viele Gründe, aber einer der wichtigsten für mich ist das Lernen. Das bringt mich wieder zur ursprünglichen Idee dieses Artikels: Arten des Lernens.

Eric Ries, der Autor des Buches The Lean Startup, drückt es so aus: Der einzige Weg, um (gegen die Konkurrenz) zu gewinnen, ist schneller zu lernen als die anderen.

Nun kann man auf drei verschiedene Arten lernen:

  • Von Experten
  • Von Seinesgleichen
  • Allein

Jeder braucht eine unterschiedliche Mischung dieser Varianten, aber alle drei sind wichtig, weil jede etwas anderes beisteuert. Nehmen wir die drei Arten nun einmal unter die Lupe:

1. Von Experten lernen

Von Experten lernen bedeutet, sich mit Menschen zu umgeben, die mehr wissen als man selbst. Dazu muss man sich zuerst einmal eingestehen, dass es immer Personen gibt, die mehr wissen. Als nächstes muss man sie finden. In Unternehmen beispielsweise gibt es eine Marketing- oder eine Finanzabteilung. Die Personen, die an ihrer Spitze stehen, sind sicherlich gut, aber wohl kaum die besten.

So spielte in meinem E-Commerce-Unternehmen das SEM (Search Engine Marketing) eine herausragende Rolle, damit wir in Google gefunden wurden. Wir hatten ein Team mit mehreren Mitgliedern, die für die Google-Anzeigen zuständig waren. Sie waren gut, aber nicht die besten. Deshalb engagierten wir eine Consulting-Firma für punktuelle, regelmäßige Audits, die uns Verbesserungsvorschläge machte und uns unsere blinden Flecken aufzeigte: Die Dinge, von denen wir nicht wussten, dass wir sie nicht wussten.

SEM

Das empfehle ich Ihnen für alle Geschäftsbereiche Ihres Unternehmens. Es gibt verschiedene Arten von Experten: Mentoren, Consultants, Wirtschaftsschulen… Hier finden Sie einen Eintrag über die Unterschiede zwischen Consultant, Mentor und Coach (Artikel auf Deutsch folgt demnächst).

2. Lernen von Seinesgleichen

Als nächstes gibt es den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Wissen mit Personen, die in einer ähnlichen Situation sind wie man selbst. Als Student trafen Sie sich wahrscheinlich mit Ihrer Lerngruppe in der Universitätsbibliothek, um sich gemeinsam auf eine Prüfung vorzubereiten. Heute, als Unternehmer oder Führungskraft, geht das nicht mehr so leicht und selbstverständlich, aber es gibt andere Möglichkeiten, die ich Ihnen dringend ans Herz legen möchte. Hier möchte ich drei Beispiele nennen:

  • EO (Entrepreneurs’ Organization). Der größte Unternehmerverband der Welt mit 11.000 Mitgliedern, die mehr als eine Million Euro umsetzen. Ich bin seit 2013 Mitglied, und das hat mein Leben als Unternehmer und als Mensch verändert. Einmal im Monat gibt es Learning-Events, bei denen in Gruppen mit 6 bis 10 Personen über unterschiedliche Herausforderungen im Leben eines Unternehmers diskutiert wird. Ein monatlicher Input, wie man die Dinge besser machen und dazulernen kann.
    Bestimmt gibt es auch in Ihrer Nähe ein EO-Chapter.
EO
  • Vistage. Vistage ist eine globale Organisation für Unternehmensführer, Generaldirektoren und CEOs. Sie ist in den meisten Ländern der Welt vertreten und zählt mehr als 22.000 Mitglieder. Hier erfahren Sie mehr. Ähnlich wie bei EO treffen sich die Gruppen regelmäßig in Begleitung eines erfahrenen Vorsitzenden.
  • YPO. Die Young Presidents’ Organization ist ein Verband für Leiter von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als sieben Millionen Euro; er ist weltweit in fast allen großen Städten vertreten. Hier erfahren Sie mehr. Das Konzept und das Ziel der Organisation ähneln denen der ersten beiden.

Es gibt noch viele weitere Gruppen für Unternehmer, Führungskräfte und Selbständige; letztlich geht es nur darum, sie zu finden und diejenige auszuwählen, die am besten zu Ihnen passt. Ich sehe es fast als eine Pflicht an, einer dieser Organisationen anzugehören, um weiter zu wachsen, zu lernen und nicht zu stagnieren. Sie schulden es dem Unternehmen, Ihrer Abteilung und ganz besonders sich selbst als Mensch: Wachsen Sie weiter.

3. Allein lernen

Ich persönlich lerne sehr gerne allein: mit einem guten Buch zum Thema Business, einer Tasse Tee und einem Textmarker in der Hand gemütlich auf dem Sofa. Das Geheimnis liegt darin, das richtige Buch auszusuchen: Wählen Sie eines, das Sie in Ihrer aktuellen Situation anspricht und das umsetzbare Disziplinen und Tools enthält. So habe ich EOS entdeckt, dank des Buches Traction.

saber escoger bien

Um die Essenz eines Buches ganz aufzunehmen, arbeite ich mit einem Textmarker, mit dem ich die Stellen unterstreiche, die mich beeindrucken. Wenn ich es zu Ende gelesen habe, gehe ich es noch einmal kurz durch und kopiere die markierten Stellen von Hand in Evernote. Dort speichere ich Zusammenfassungen aller Bücher, die ich gelesen habe. Manche werden sagen, dass das altmodisch ist angesichts der automatischen Optionen von Kindle & Co. (dabei habe ich selbst eines und lese liebend gern Romane damit), aber für mich ist das ein Weg, um besonders intensiv zu lesen und mir im Anschluss die wichtigen Stellen in Erinnerung zu rufen, um sie umzusetzen.

Für das Lernen allein empfehle ich:

Und was soll ich lernen...?

Jetzt sind Sie dran: Stellen Sie ein Lernprogramm zusammen. Treten Sie nicht auf der Stelle, lernen Sie dazu! Denn tut man das nicht, tritt dasselbe Problem auf wie auch beim Networking. Wenn der Moment kommt, in dem man etwas wissen muss, ist es manchmal schon zu spät, weil es Zeit braucht, sich das Wissen anzueignen oder es aufzubauen. Man muss also immer einen Schritt voraus sein.

Ich habe einen Plan erstellt, in dem die Themen zusammengefasst sind, über die ich lernen muss und möchte. Anschließend wähle ich die beste Art, um dies zu tun. Denn es ist immer hilfreich, zu wissen, wohin es gehen soll, bevor man loslegt. Daher lade ich Sie ein, darüber nachzudenken, wer Sie in drei Jahren sein wollen, was Sie in drei Jahren wissen möchten oder müssen, und von dort rückwärts zu gehen und einen 1-Jahres-Plan und vierteljährliche Rocks festzulegen.

Die Alternative wäre, das erste Buch zur Hand zu nehmen, das Ihnen unterkommt, und es zu lesen, ohne zu wissen, wohin der Weg Sie führt. Eine andere Herangehensweise, die Sie jedoch nicht immer dorthin bringt, wo Sie eigentlich hinwollten.


Frohes Lernen!

Albert Einstein

Albert Einstein

„Der Unwissende kritisiert, weil er denkt, alles zu wissen. Der Kluge respektiert, weil er denkt, etwas dazulernen zu können.“

Nächste Schritte...

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